{"id":213,"date":"2023-09-17T07:22:12","date_gmt":"2023-09-17T05:22:12","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.focusing-reise.de\/?p=213"},"modified":"2023-09-17T07:22:12","modified_gmt":"2023-09-17T05:22:12","slug":"warum-es-wichtig-ist-focusing-zu-praktizieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.focusing-reise.de\/?p=213","title":{"rendered":"Warum es wichtig ist, Focusing zu praktizieren"},"content":{"rendered":"\n<p>Dieser Text dient haupts\u00e4chlich dazu, mich selbst zu motivieren und zu erinnern, sollten Anteile von mir das Ruder \u00fcbernehmen, die lieber die ToDo-Liste oder sich ablenken wollen, anstatt sich Zeit zu nehmen, f\u00fcr das, was in mir ist, da zu sein. <\/p>\n\n\n\n<p>Doch zun\u00e4chst: auch wenn ich im Titel &#8218;Focusing&#8216; schreibe meine ich jede Form des Zeit-mit-sich-selbst-Verbringens, bei dem Achtsamkeit mit liebevoller G\u00fcte (&#8218;loving kindness&#8216;) zusammenkommen. Das kann auch ein <a href=\"https:\/\/blog.focusing-reise.de\/?p=119\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/blog.focusing-reise.de\/?p=119\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Runterschreiben von allem sein, was einen gerade bewegt<\/a>, w\u00e4hrend man mit einer annehmenden Haltung dabei ist. Das kann eine Vipassana-Meditation sein, in der man sehr sanft mit dem, was man wahrnimmt umgeht. Das kann ein Gespr\u00e4ch mit einem lieben, einen annehmenden Menschen sein, in dem man immer wieder in sich hineinsp\u00fcrt oder etwas v\u00f6llig anderes, das in diese Richtung geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Ausschlag zu diesem Artikel hat ein Andrew-Huberman-Podcast-Aussnichtt gegeben, den ich vor ein paar Tagen gesehen habe.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Neuroscientist: How to Stay Motivated Long Term (David Goggins)\" width=\"580\" height=\"326\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/iDJFie-WnNI?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><figcaption>Ab ca. 5:10 beginnt die Stelle, auf die ich mich beziehe<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Es geht dort um das Ver\u00e4ndern von Gewohnheiten, aber auch das \u00dcberwinden von \u00c4ngsten und er sagt, dass die allgemeine Annahme ist, dass man dabei von innen nach Au\u00dfen vorgeht (also die innere Haltung und Glaubenss\u00e4tze zu \u00e4ndern, womit sich die Gef\u00fchle \u00e4ndern) und schlie\u00dflich zu handeln, doch <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/David_Goggins\" target=\"_blank\">David Goggins<\/a> f\u00fcr sich diesen Weg r\u00fcckw\u00e4rts geht und beim Verhalten beginnt, worauf sich dann die Gef\u00fchle ver\u00e4ndern und Glaubenss\u00e4tze in Folge. Womit innerlich bei mir wieder der alte Streit &#8218;Verhaltenstherapie&#8216; vs. &#8218;Personenzentrierte Therapie&#8216; ausgebrochen ist, denn ein Teil von mir findet den Gedanken, alles im Au\u00dfen zu regeln und dass der Rest von selbst schon folgen wird, ungemein attraktiv.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Problem ist&#8230; dass ich den Eindruck habe, dass es nicht wirklich funktioniert. Also oberfl\u00e4chlich schon, keine Frage und bei manchen Verhaltensweisen, die rein gewohnheitsbedingt sind, reicht das m\u00f6glicherweise auch aus. Doch wenn es anders ist, kann die Rolle r\u00fcckw\u00e4rts in meinen Augen dazu f\u00fchren, dass wir etwas Wichtiges aus dem Blick verlieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke da an meine Angst vor anderen Menschen. Die trage ich schon mit mir herum seit ich denken kann. Aufgrund verschiedener Erfahrungen &#8211; an die ich mich teilweise erinnern kann und teilweise nicht &#8211; traue ich (oder Teile von mir) den meisten Menschen nicht wirklich. Und das wirkte sich dann so aus, dass ich Situationen nach M\u00f6glichkeit vermied (z.B. sah ich beim Gehen auf den Boden oder trug Sonnenbrillen, um Augenkontakt zu vermeiden). Eines Tages las ich dann <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.lovelybooks.de\/autor\/Matthieu-Ricard\/Gl%C3%BCck-144828980-w\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.lovelybooks.de\/autor\/Matthieu-Ricard\/Gl%C3%BCck-144828980-w\/\" target=\"_blank\">Gl\u00fcck von Matthieu Ricard<\/a> und beschloss in Vordergrund, Menschen fortan mit einer Haltung von Freundlichkeit entgegen zu treten. Statt also beim Gehen auf den Boden zu starren, hob ich den Blick und l\u00e4chelte Menschen an. Und oft l\u00e4chelten diese zur\u00fcck, was mich nat\u00fcrlich motivierte, das h\u00e4ufiger zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Man k\u00f6nnte also sagen, dass das Ver\u00e4ndern meines Verhaltens dazu gef\u00fchrt hatte, dass sich meine Erfahrungen ver\u00e4nderten und meine Gef\u00fchle und so weiter. Und gewiss hat es das&#8230; doch nur zu einem gewissen Grad.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn tief in mir traue ich Menschen noch immer nicht. Was damals geschah, war nicht, dass ich von meiner sozialen Phobie, die ja gute Gr\u00fcnde hat(te), geheilt worden w\u00e4re. Mein <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blog.focusing-reise.de\/?p=40\" target=\"_blank\">Besch\u00fctzer<\/a> hatte lediglich eine bessere Strategie gefunden, sich vor anderen Menschen sicher zu f\u00fchlen. Es leuchtete ihn ein, dass ich, wenn ich andere anl\u00e4chelte, die Wahrscheinlichkeit erh\u00f6hte, gemocht zu werden und dass mir Menschen, die mich mochten, nichts tun w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch heute halte ich an dieser Strategie fest. Doch ich sp\u00fcre innerlich, dass sich an meiner tiefen Angst vor Menschen nichts ge\u00e4ndert hat. das Austauschen der Strategie war ein wenig wie bei einer Klientin, die mit dem Trinken aufgeh\u00f6rt hat und in Folge eine Essst\u00f6rung entwickelt hat. Ich bin aus dem zwanghaften Vermeiden herausgekommen und tiefer ins People-Pleasing geraten. Mit der Folge, dass man mir meine Angst nun weniger anmerkt, ich jedoch sp\u00fcre, wie sehr es mich ersch\u00f6pft und auslaugt, unter Menschen zu  sein und wie schlecht ich mich f\u00fchle, wenn ich mal schlechte Laune habe.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was bleibt<\/h2>\n\n\n\n<p>Was bleibt, ist meiner Ansicht nach nur der lange, m\u00fchsame Weg mir jeden Tag Zeit daf\u00fcr zu nehmen, f\u00fcr mich da zu sein. F\u00fcr mich und f\u00fcr alle meine ver\u00e4ngstigten, m\u00fcden, misstrauischen, w\u00fctenden&#8230; Anteile. Ihnen zu zeigen, dass ich f\u00fcr sie da bin. Dass ich <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blog.focusing-reise.de\/?p=171\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/blog.focusing-reise.de\/?p=171\" target=\"_blank\">pr\u00e4sent bin<\/a> und die F\u00fchrung \u00fcbernehmen kann und sie nicht mehr krampfhaft an Strategien festhalten m\u00fcssen, die verhindern sollen, dass das in mir verwundbar ist, Schmerzen erleiden muss, ohne dass jemand da ist, der es h\u00e4lt, damit es heilen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Das muss nat\u00fcrlich keine Alternative zur Verhaltens\u00e4nderung sein &#8211; manchmal ist die ja sogar notwendig, um zu \u00fcberleben &#8211; doch ist es eben wichtig, selbst im Falle einer Verhaltens\u00e4nderung im Auge zu behalten, dass die tiefere Ursache des urspr\u00fcnglichen Verhaltens noch immer da ist und unsere Aufmerksamkeit ben\u00f6tigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Text dient haupts\u00e4chlich dazu, mich selbst zu motivieren und zu erinnern, sollten Anteile von mir das Ruder \u00fcbernehmen, die lieber die ToDo-Liste oder sich ablenken wollen, anstatt sich Zeit zu nehmen, f\u00fcr das, was in mir ist, da zu sein. 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